Big Trouble in Little China [1986] Review

 

Unser Glaubensbruder GOREM hatte sich jahrelang um Filme gekümmert, die allgemein als schädlich angesehen werden dürften. Auch wenn wir seine Meinung nicht unbedingt teilen, so zollen wir seinem großen Engagement und seiner exzellenten Schreibweise Respekt. Hier nun also einer seiner zahlreichen Artikel zum Trivialen-Genrefilm:

Wow! Ich wette das habt ihr nicht kommen sehen, der Fantasy-Kracher von John Carpenter aus dem Jahre 1986 kam vor kurzem bei mir ins Haus geflattert, unglücklicherweise nur als Single-Disc-Edition aufgrund von Kräften, die ich nicht kontrollieren kann (auf Amazon.de im Marketplace billig gekauft und wohl nicht richtig gelesen…naja). Nichtsdestotrotz ist dieser Streifen toll! Kurt Russell zeigt mit seiner Stuntman-Mike-Frisur schon 21 Jahre vor „Death Proof“ wie BADASS er sein kann und Kim Cattrall war eben in ihrer besten Ära (siehe „Police Academy 1“), man kann sogar einmal ihre Nippel sehen, wenn man genau hinguckt (SWEET). Doch auch die Supporting Actors können sich sehen lassen: James Hong, Dennis Dun, Victor Wong und ganz besonders Shaolin-Kung-Fu-Bronzekämpfer-Superass Carter Wong lassen den Teufel tanzen als wär’s Samstag Nacht! Jap, hier ist Martial Arts the King und die Werke der Shaw Bros. werden hier mehr als einmal zitiert/hommagiert. Uns werden knallbunte SFX, dutzende Bronzestatuen, unglaublich faltrige Mythenmonster, Kerker und Bambus geboten (Erinnerungen an „Blut der Roten Python“ werden wach). Einige der Fightsequenzen sind dafür auch recht derbe (Armbrechen alà Seagal) und schraben nur knapp am R-Rating vorbei. „Big Trouble…“ war damals einer der ersten Filme, die mit dem Wunsch auf ein PG-13-Rating gemacht wurden (so darf Russell ein einziges Mal „Fuck it“ sagen), so dass vieles sehr abenteuerlich-jugendlich-spannend wie Indiana Jones ist und gleichzeitig auch ziemlich „POW POW POW, KOPF AB!“ sein kann. So kann man wohl Unterhaltung für die ganze Familie bieten, schätz ich ma (auch wenn Kabel1 zur besten Sendezeit immer die härtesten Sachen rauskickt): Es gibt trockenen Humor von Seiten Russell’s; ein ansehliches Mandelauge (Cattrall), klasse Effekte von Guru-Richard Edlund (jedesmal wenn das Carter Wong-Trio die Szene betritt mit ihren blauen Blitzen versetzt es mich in die Zeit zurück, als ich zum 1. Mal „Turtles 3“ im Kino sah:); ein paar Grusel-Einlagen; ein echt unheimliches Haus, wo sich die ganze Scheiße hin konzentriert (klasse für Carpenter, da der ja gerne seine Plots um belagerte bzw. unheimliche Häuser/Mars-Stationen/Antarktika-Forschungszentren/Nachbarschaften/Raumschiffen/New York/L.A. kreisen lässt); einen kleinen schwebenden Monster-Klumpen, der fast zu niedlich ist, um gekillt zu werden (Lo Pan’s Wächter, der für ihn alles sieht, ist gemeint); natürlich ne Menge böser Geister (Lo Pan selbst)…äh, Moment mal, das klingt alles nach Zutaten für das „Ghostbusters“-Rezept! Oh je, haben da wieder einige Leute versucht, auf einer Welle mitzuschwingen? Tss, tss, tss…Nun ja, es mag zwar „zum Teil“ ein Rip-Off von Ghostbusters (und auch ein bisserl „Indiana Jones – Der Tempel des Todes“) sein, aber das macht ihn noch lange nicht schlecht, keineswegs, dieser Streifen hat n Haufen Qualitäten für sich: Zum einen ist das ganze „Ancient China“-Setting eine liebevolle Verneigung vor dem großen Eastern-Genre und man sieht es auch in John Carpenter’s Engagement (u.a. mit der Besetzung von Carter Wong), das hier wahre Freunde der Kinematik am Werk waren. Aufwändige Steadicamfahrten, ausgefallene Magic-Ideen und natürlich der Spaß am Geschehen (auch ersichtlich in der Spiellust des Casts) knallen einem wohlwollend vor den Latz.
Zum anderen: Die Musik. John Carpenter und Alan Howarth taten sich mal wieder zusammen und produzierten für diesen Streifen ein paar klasse Tracks. Sie geben den Kampfszenen den richtigen Drive und Mystik, pumpen einen mit preschigen Sequenzern auf, passen allgemein recht genial zur durchgeknallten Kung-Fu-Horrorshow. Man könnte auch sagen, dass die Mucke so klingt, als hätten sich „Baltimora“ (bekannt durch den Hit „Tarzan Boy“) Shogun Assassin angesehen und danach mal nen eigenen Soundtrack ausprobieren wollen. Schmissig, „Catchy“, oft typisch Carpenter, aber immer fresh und aus den 80’s. Eine erfrischende Abwechslung zu den alt-traditionellen Kabuki-Opern/Italo-Western-LP-Rip-Soundtracks klassischer Kung Fu-Filme. Genau das was man braucht, um in mir das Kind von 1993 (bis heute) zu wecken.
Kommen wir aber nun zum Kritikpunkt: Der Film ist etwas zu kurz. Man hätte sich einfach mehr Zeit mit der Charakterisierung unserer Prota/anta-gonisten und deren Umgebung Zeit lassen sollen, ich meine ich hab nichts dagegen, dass man zur Sache kommen will, aber wenn man schon versucht ein Stücken vom „Tempel des Todes“-Kuchen zu kriegen, darf es ruhig etwas epischer sein (damit mein ich Filmllänge, nicht Budget, ich erwarte keine Spielberg-Ausmaße). Es wirkte für mich (besonders in der 1. Hälfte des Streifens) so, als wenn der Film durch den AB-Film-Verleih nach Deutschland kam und diese ihn handlich zurechtklebte. Nun gut, nicht so extrem wie z.B. bei „Die 18 Bronzekämpfer“ (ein weiterer Knaller mit Carter Wong), aber man merkt schon das etwas fehlt. Und das was fehlt, oh Schreck, befindet sich unter den Extras der 2. DVD, die ich leider nicht zur Hand habe. Würden sie den Film ergänzen? Das muss ich erstmal herausfinden (es gibt einen FanEdit, der 95% der Deleted Scenes in den Hauptfilm zurück integriert), bis dahin kann ich jedenfalls sagen, das der Kino-Cut recht rasant, abwechslungsreich, fantasievoll und vorallem unterhaltsam ist. Auch die dt. Synchro ist qualitativ mal wieder oben anzusiedeln: Joachim Tennstedt auf Russell ist zwar ungewöhnlich, aber geht absolut i.O., zudem sind noch weitere in Herz und Ohr geschlossene Stimmen zu vernehmen: Santiago Ziesmer, Ronald Nitschke, Peter Schiff, Harry Wüstenhagen, Simone Brahmann und viele mehr! Eine wahre Berliner-Leistung wieder mal!
So, um der ganzen Geschichte jetzt noch einen schönen Schluss zu setzen: Ich hätte nichts gegen eine Fortsetzung. Der alte Kurt kann es heute noch krachen lassen, Computereffekte können mit wenig Budget schon ne Menge Wunder anrichten (mehr Epik, hehe, doch bitte nicht zuviel CGI), Kung-Fu mag eh jeder und an Humor kann man heute auch ne Menge aufstocken, wenn man bedenkt, was manche PG-13-Streifen sich schon erlauben. Vielleicht mal wieder eine erfrischende Abwechslung vom John Carpenter der letzten Jahre, der größtenteils für halbgares Horrorfutter und immer schlimmeren „Remake-Erlaubungen“ seiner Klassiker sorgte. Wir wissen doch alle, dass er andere Genres beherrscht (siehe „Elvis“ und „Starman“), also warum nicht nochmal eine bunte Ladung genial-trashiger Kung-Fu-Fantasy-Labyrinth-BADASS-Comedy-Action-Mystik mit brachialen Straßenkämpfen liefern?

„It’s all in the reflexes!“

EDIT: Ich konnte nun (1. 1. 2009) diesen einen Fanedit ansehen, ihr wisst schon, den mit den 95 % Plus an Deleted Scenes. Ich muss schon sagen, der Streifen wurde richtig schön abgerundet und hat so ziemlich jeden meiner Kritikpunkte über die Straffung der Story aus dem Weg geräumt. Wer den Film mag, wird diese Fassung lieben (denk ich mal, so heißt es doch immerhin, nich?)!

Robotic Angel [2001] Review

Unser Glaubensbruder Gorem hatte auch ein bestimmtes Faible für Animationsfilme, beovr er endgültig dem Wahnsinn in seiner Einzelzelle erlag. Hier nun eine Bewertung von ihm zum japanischen Animationsfilm „Robotic Angel“:
Herstellungsland: Japan (2001)
Regie: Rintaro
Drehbuch: Katsuhiro Otomo, Osamu Tezuka (Vorlage)
Musik: Toshiyuki Honda
Altersfreigabe: FSK 12
Wie versprochen, hier nun das Review zum aktuellen Animationsfilm meiner Wahl. Das Werk von Regisseur Rintaro hab ich hier zum ersten Mal kennengelernt und ja ich bin mir dessen bewusst, dass er eine lange Laufbahn hinter/vor sich hat, aber man muss mir in der Hinsicht verzeihen, da ich nicht gerade der größte Anime-Fan bin, dafür aber mehr als gerne gute Anime’s gucke. „Das Schloß des Cagliostro“, „Akira“ und diese eine Serie mit den Kampfjetmädels, deren Höschen man ständig dank „günstiger“ Kamerawinkel sah und mal ne Zeitlang auf VOX lief (=Agent Aika), gehören zu meinen großen Favouriten. Nun denn, bevor ich zu diesem Film hier kam, musste erst ein Weg dorthin geebnet werden. Der sah so aus, dass ich im Unterricht meines Mediencollegs zum ersten Mal „Metropolis“ von Fritz Lang sah und ihn gut fand, weshalb ich mich mehr darüber informierte. So erfuhr ich dann auch von „Metropolis“, wie Robotic Angel im Original heißt, einem Anime basierend auf Mangas von dem Größten der Größten, Osamu Tezuka, der seine Story nach bloßer Ansicht des Original-Metropolis-Plakates erschuf. Dies spiegelt sich auch in der Filmhandlung wieder, die einige Schlüsselelemente des Originals aufnimmt, aber im Grunde eine vollkommen andere Geschichte erzählt, ein „Re-Imagining“ sozusagen. Doch dazu später mehr. Erstmal die Gründe, warum ich den Streifen sehen wollte: Das Drehbuch ist vom Regisseur von „Akira“, Katsuhiro Otomo, was schon für einen gewissen Bombast garantiert. Das Charaktere von Osuma Tezuka den Streifen bevölkern, ist schon seit „Astro Boy“ ein Zeichen von Qualität. Und wer kann schon dem blonden Robot-Engel Tima widerstehen? Eben!
Der Film beginnt mit einer passionierten, in Sepia-Tönen und Filmkratzer gehaltenen, Ansprache des Metropolis-Chef Duke Red über das neu-erschaffene Ziggurat, ein futuristischer Gebäudekomplex/Superwaffe, gefolgt von einer explosiven Eröffnungsfeier plus Dixieland-Music in Farbe und bunt. Schon kurz darauf beobachten die aus Japan angereisten Kenichi und Onkel Shunsaku Ban (seines Zeichens Privatdetektiv), wie ein Cyborg vom Marduk-anführer Rock erschossen wird. Fangen sie etwa an, zu rebellieren? Nee, kommt noch. Erstmal ist Shunsaku Ban auf der Suche nach Dr. Laughton, der für Duke Red jedoch das Überwesen Tima erstellt, ein durch synthetisiche Organe betriebener und menschliche Gefühle emulierender Roboter, der laut Duke Red (auf dessen toter Tochter Tima’s Aussehen basiert) den Hauptsitz im Ziggurat und damit die Kontrolle über ganz Metropolis übernehmen soll . Rock, der auch noch Duke Red’s Adoptivsohn ist, erfährt davon, glaubt, dass nur sein Vater den Sitz einnehmen sollte (ungebändigte Loyalität), weshalb er Laughton’s Geheimlabor im Untergrund in die Luft sprengt (?). Kenichi und Onkel werden dort vom Rent-A-Robocop, den sie Hasso nennen, hingeführt und eilen zur Hilfe. Laughton stirbt, doch Kenichi kann Tima retten, allerdings stürzen sie in einen weiteren Untergrund (Metropolis ist in Zonen eingeteilt) in nen Abwasserfluss und werden von einem Abfallroboter aufgelesen und gepflegt, während Kenichi versucht, Tima das Sprechen und ihre Erinnerungen (die sie nicht hat) aufzufrischen. Doch das beschissene Arschloch von Rock verfolgt die Beiden und knallt jeden ab, der ihm im Weg steht. Währenddessen provoziert Duke Red mit seinem Ziggurat einen massiven Ausraster unter den Robotern an der Oberfläche Metropolis‘, damit eine Revolution von dem „Pöbel in Zone 2“ ausgelöst wird, um diesen sofort von einem einflussreichen Politiker zerschlagen zu lassen, damit der an the top of the world kommt. Kenichi und Tima können bei den Revolutionären untertauchen und es scheint so, als wenn sich das Robot-Mädel ziemlich auf den japanisch-schüchternen Jungspund fixiert (sie schreibt seinen Namen überall hin, wo’s nur geht), man könnte sogar sagen, es ist Liebe (immerhin wird Kenichi rot). Ärgerlich nur, dass die Revolution flöten geht und Metropolis darauf unter Kriegsrecht steht. Unsere Protagonisten betreten das verwüstete Schlachtfeld, soviele Roboter und Menschen, die sterben mussten. Rock ist leider auch da, schießt Shunsaku Ban an und gibt Kenichi den brutalsten Kniekick seines Lebens. Tima steht kurz davor, den Bastard zu erschießen, doch Gott-sei-dank (?) kommt der böse Vaddi Duke vorbei, um Tima mitzunehmen und Rock aus der Marduk-Force rauszuwerfen. Der kann es nicht hinnehmen und entführt Tima auf „geschickte“ Weise, bringt sie über ihre Identität in Zweifel (sie weiß nicht, dass sie ein Roboter ist), betäubt sie und will sie aufschneiden, doch Onkel Shunsaku prügelt IHN bewusstlos, bevor das geschehen kann. Mit ihrer Hilfe nun findet er den Aufenthaltsort von Kenichi raus, der Ziggurat, wo sie dann den Hauptsitz einnehmen soll, Rock kann sich reinschleichen und übt ein Attentat auf sie aus, doch wie’s so ist, er kriegt auch ne Kugel vom Sicherheitsdienst ab. Und Tima ist ja ein Roboter, weshalb der Schuss sie nicht verletzt hat. Sie erkennt ihre Identität und lässt Öltränen fließen. Ihrem Schicksal gewiss nimmt sie ihren Platz im Ziggurat ein, doch was dann geschieht, mag ich nicht verraten, ich sag nur so: sehr geil.
Wie ihr seht, weicht dieser Metropolis doch sehr vom 1927er Original ab, doch wie gesagt, Grundelemente bleiben vorhanden. Ich bin sicher, ihr habt alle schon mal den Klassiker von Fritz Lang gesehen, deshalb überlass ich euch (wer auch immer das sein mag) die Untersuchungen in diesem Fall. Was aber in diesem Fall wichtig ist: Die Geschichte funktioniert als eigenständiges Werk, auch wenn man eben merkt, dass Otomo vom Schema her einiges an Akira anlehnt, was aber nicht weiter stört. Denn der Streifen lebt viel mehr von seinen Charakteren (alle mit dem tollen Tezuka-Look) und der visuellen Epik, die hier Animation mit CG verbindet, wovon man natürlich halten kann, was man will, aber für meinen Geschmack nicht schlecht wirkt. Doch wen man einfach nur liebhaben kann (und was so ziemlich für mich der beste Aspekt des Films ist) ist Tima, laut Laughton: „Das perfekte Wesen“ mit ihrem Marlene-Dietrich-Ultracute-Look, verzaubert einen von der ersten bis zur letzten Minute und natürlich konnte sich euer liebe General die ein oder andere Träne nicht verkneifen. Ihr habt richtig gehört, dieser Film hat Gefühl! Wer jetzt denkt, dass der Film überniedlich ist, dem sei eins gesagt: Man sollte sich schon überlegen, ob man das seinen Kindern zeigt, denn es ist zwar nicht wirklich brutal, aber auch nicht harmlos. Bedenklich, aber nicht „Golgo 13“, wenn ein weiterer Vergleich erforderlich ist. Noch ein Wort zur dt. Synchro: Diese kommt aus München und hat ihre Vor-u. Nachteile. Vor: Ekkehardt Belle als Duke Red liefert eine Glanzleistung ab, der Mann legt ein Gebrüll an den Tag, dass man nach all den Steven Seagal-Filmen nicht erwartet hätte. Ein wahrer Profi mit unterschätztem Talent. Und natürlich die Erfüllung meiner hellseherischen Fähigkeiten, Sabine Bohlmann für Tima. Was anderes ist gar nicht möglich und passt wie die Faust auf’s Auge. Nach: Kai Taschner als Shunsaku Ban klingt einfach zu jung und teilweise extrem theatralisch (dagegen wirkt der Japanische Sprecher fast schon hardboiled) und Marc Stachel für Kenichi, dem es manchmal an nötiger Abwechslung in der Stimme fehlt, auch wenn er einen jüngeren Charakter (wie alt ist Kenichi eigentlich) spricht. Ansonsten ist die Besetzung wunderbar und die Übersetzung ist astrein, dagegen spricht nichts. Vorallem Philipp Brammer überzeugt mal wieder als durchgetriebener Bösewicht (=Rock) und etabliert sich bei mir als eine meiner Top Herrlich Fiesen Stimmen.
Also, wer den Film rankriegen kann: Gucken; Wer die Idee von Fritz Lang’s Metropolis gut fand, aber zu langatmig umgesetzt: Gucken; Wer Akira mochte, der sollte auf jeden Fall: Gucken!

SHARK SWARM [2008] Review

Ach du heilige Schande, was für ein dummer, dummer Film. Solch namhafte Darsteller wie Daryll Hannah, F. Murray Abraham und Armand Assante verschandeln sich für den wohl dusseligsten Hai-Film, den ich je gesehen habe (schlimmer als THE LAST SHARK). Dieses heute auf über 3 Stunden auf RTL ausgewalzte TV-Movie war so vollgestopft mit lachhaften Dialogen, ständig-wahllos sinnfrei-reingeworfenen Haiattacken und einem den dämlichen Charakteren entsprechenden Plot, dass man sich einfach die Stirn zuklatschen musste.
Die Story ist, wie typisch für einen Hai-Film, sehr Western-mäßig angelegt: Hammilton Lux (Assante) will die Einwohner einer Kleinstadt einkaufen, um daraus eine…andere Stadt zu bauen, wie ich das mitgekriegt habe. Dagegen stellt sich aber der furchtlose Dan, sein Bruder, seine Frau (Hannah), seine Tochter (die bald aufs College geht, doch weitab in New York) und der auf dem Campus (des Colleges IN DER NÄHE, dass die Tochter wohl nicht in Erwägung gezogen hat) sehr beliebte Proffesor F. Murray Abraham (Oscar-prämiert), der von seinen Studenten öfters um ein Autogramm gebeten wird, weil sein Unterricht so cool ist…häh?! und der Tochter ihr Surfer-Dude-Freund (aus Transmorphers 2). All diese Leute wissen, dass Lux die See mit Toxinen verseucht hat, um die Fischerei im Ort zum Fall zu bringen und die Einwohner damit zu verscheuchen. Zwischendurch und nebenbei eingespielt sterben dann immer ein Haufen Menschen in den geläufigsten Situationen (Angeln, Schwimmen, Protestbanner an Brücken hängen), indem sie irgendwie immer ins Meer gezogen und von den riesigen Schwärmen bzw. Schwämmen, wie sie manchmal auch genannt werden, an Haien aufgefressen werden und danach nie wieder erwähnt werden (merkt auch niemand, wenn die Hälfte der Bevölkerung fehlt). Und dann gibt’s da noch ein Mädchen, dass mind. 3-mal sieht, wie Menschen im Meer von Haien aufgefressen werden und natürlich niemanden was davon erzählt, weil die Umstände dies nicht zuließen. Und so läuft das die ganze Zeit, das schöne Wechselspiel Handlung – Haie fressen wen – Handlung – Haie fresse wen usw.
Das muss man einfach gesehen haben, totaler Trash, über den man sich nonstop aufregen und auslachen kann (man beachte Daryll Hannah’s extrem verbrauchtes, aufgeblähtes Gesicht; der heldenhafte Dan, der ne ganze Nacht auf nem verlassenen, sich langsam mit Wasser füllenden Schiff verbringt und erst Tage später dort ein Loch, wo das Wasser reinkommt, entdeckt und sich darüber WUNDERT), sehr empfehlenswert für schadenfreudige Filmfans und Bierabende, aber nichts, wofür man Budget ausgeben, bekannte Darsteller bekommen und zur PRIMETIME AM SAMSTAGABEND laufen lassen sollte. Der Film versagt formal wie inhaltlich und ist einfach nur peinlich für seine Macher und Beteiligten. Und lasst mich erst recht nicht mit den Spezialeffekten anfangen, Junge Junge, The Asylum lässt grüßen….

 

Fazit: Wir raten ab!

UNIVERSAL SOLDIER 3: Regeneration [2009] – Review

 

Kommen wir nun zu einem Film, den einer unserer etwas liberalen Glaubensbrüder, Bruder Gorem, Anfang letzten Jahres bereits bewertet hatte. In dieser Bewertung kam er zwar nicht zum Schluss, dass der Film indiziert werden dürfte, aber es passierte am Ende glücklicherweise doch noch. Demnach distanzieren wir uns ausdrücklich von seinem scheinbar positiven Urteil über die Qualität dieses gewaltreichen Machwerks. Wir warnen unsere frommen Leser im Vorraus darauf, dass dieses Review viele abstoßende Szenen beschreibt. Und nun, hat Bruder Gorem das Wort:

 

Wenn man normalerweise die neueste Sony Direct-to-DVD-Produktion vor sich hat, kann man sich schon immer seinen Teil dazu denken: Mittelmäßig, aber kurzweilig, doch das Potenzial wird nie ganz ausgeschöpft, weil alles nach Schema F und 08/15 gescripted und abgedreht ist.

Universal Soldier 3 ist allerdings eine überraschende Ausnahme. Sicherlich, Van Damme (der nur 20 Tage Drehzeit für diesen Film hinter sich ließ) wird erst so ab der 2. Hälfte des Films so richtig in den Mittelpunkt des Geschehens eingeführt und Lundgren (5 Tage Drehzeit), naja, fällt nicht negativ auf, ist aber auch nur eine Nebenfigur, quasi der Zwischenendgegner, doch das macht die Sache nicht unbedingt schlechter. Was sich uns hier anbietet, ist so ziemlich der rabiateste, brutalste und kompromissloseste Actionstreifen, den ich seit JOHN RAMBO gesehen habe (verbessert mich, wenn ich was verpasst haben sollte;), hier werden Knochen gebrochen, Menschen von Messerattacken grausamst geschlachtet sowie mit gnadenlosen Blei voll-zersiebt.

Dazu kommt eine ausgefeilte Kampfchoreographie, die an Originalität unter diesen Umständen (DTV-Produktion) einiges zu bieten hat – besonderes Highlight: Der Fight Van Damme vs. Lundgren – ein hervorragender Schnitt, professionelle Kameraarbeit (immerhin PETER HYAMS!) und ein überaus hervorstechend kinoreifes Sounddesign. Da hat sich jemand ehrlich mal Mühe gegeben!

Die Story an sich ist nicht besonders interessant, das typische Osteuropa-Plot-Nähkästchen wurde dafür wieder mal geplündert und die Locations dazu waren wohl auch billig zu haben, schließlich hätte man viele der Szenen auch in der verlassenen Lagerhalle auf Pütnitz drehen können. Die Schauspieler und ihre Dialoge sind zwar auch nicht überragend, aber auch nicht übertrieben oder langweilig. Großes Plus auch hier dafür, dass auf Professionalität gesetzt wurde!

Denn in diesem Fall gibt es dem Film eine gewisse Würde, da er im Gegensatz zu seinen irgendwie käsig-unterhaltsam-trashigen Popcorn-Vorgängern versucht, eine eigene, mehr düstere und grimmigere Identität einzunehmen und ein bisschen frischen Wind (wahrscheinlich von Tony Jaa inspiriert) in das Material-Arts-Heimkino reinzuwehen. Und wahrhaftig, hier gibt es nichts zu lachen, aber doch ne Menge zum Staunen. Wie gesagt, hier wurde sich etwas mehr Mühe als sonst gegeben.

Hätte der Film sich mehr auf Van Damme vs. Lundgren konzentriert, wäre er vielleicht sogar einer der neuen Fan-Lieblinge der Beiden geworden. Doch so wie er ist, ist er ein richtig guter Actionfilm für’s Heimkino, noch nicht ganz Echt-Kinoreif, doch dafür eine echte Empfehlung wert.

Intikam [1976]

Heute bewerten wir einen Spielfilm aus der sonnigen Türkei, den gewaltvollen Action-Krimi „INTIKAM“ (auf deutsch: Rache) aus dem Jahre 1976, der in seiner Originalfassung auf Video auch in Deutschland erhätlich ist. Die Laufzeit beträgt in der von uns gesichteten Fassung ca. 48 Minuten, ob Kürzungen vorgenommen wurden, konnten wir trotz intensiver Recherche nicht herausfinden. Es wirken als Darsteller mit: Behcet Nacar (bekannt aus zahlreichen ähnlichen Gewaltfilmen), Ihsan Gedik, Yasar Güclü, Tevfik Sen uvm.; Regie: Yavuz Figenli.

Der Film besitzt einen streng jugendgefährdenten Charakter und kann zur sozial-ethischen Desorientierungen führen. Weiterlesen

Lass jucken Kumpel, 5. Teil [1975]

Das Gremium für Jugendschutz bittet heute um die erneute Aufnahme des Spielfilmes LASS JUCKEN KUMPEL, 5. TEIL – DER KUMPEL LÄSST DAS JUCKEN NICHT in die Liste der indizierten Medien. Der Film ist pornografischer Natur und ist dazu geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren. In ihm finden sie Szenen häuslicher Gewalt, Vergewaltigung, verharmloster Vergewaltigung, Pädophilie sowie reichlich Geschlechtsteile in Nahaufnahme, die das Sittlichkeitsempfinden stark beschädigen. Folgende Szenen sind böse:

1. 8 Min.: Eine ältere Frau will einem Mann die dreckigen Klamotten sauber machen, ausziehen soll er sich aber schon alleine, also dreht sie sich um. Der Mann sieht dabei ihre Genitalien, da sie keine Unterwäsche trägt. Dies wird in Großaufnahmen gezeigt. Gepackt von seinen niedersten Instinkten, vergeht er sich mit heruntergelassener Hose sofort an ihr – der Geschlechtsverkehr setzt ein, die Frau beschwert sich zwar, doch er lässt nicht ab. Nach kurzer Zeit genießt sie es. Eine klare Verharmlosung von Vergewaltigung. Weiterlesen

C. Thomas Howell – Portrait einer urbanen Legende

vor so einigen monaten trat ein mann in unser leben, bereit es in seinen grundfesten zu erschüttern. sein name: c. thomas howell. vielen sicherlich kein begriff, jedoch ist dieser mann verantwortlich für einige klassiker des modernen direct-to-dvd-kinos, auch bekannt als das bittorrentsyndrom. er erschuf meisterwerke der filmwelt, beispielsweise „the day the earth stopped“, „the land that time forgot“, und auch „war of the worlds 2“ entstammt seiner manneskraft. copyrighttechnisch im dunkelgrauen bereich angesiedelt ist er eines der berühmtesten mitglieder von der filmanstalt „the asylum“. selbsterklärtes ziel dieser institution ist es menschen durch gezieltes neufilmen von aktuellen kinohits später am dvd-stand/thepiratebay.org so zu verwirren, dass diese sich aus versehen die asylum versionen leihen/kaufen/downloaden. einige meisterwerke von the asylum sind „ice time 3: dawn of the raptors“, „transmorphers 2: fall of man“ und „sunday school musical“, wobei letzterer zur untercompany „faith films“ gehört, welche nur christlich motivierten schmock auf die straßen vor unserer videothek werfen, siehe „countdown jerusalem“. Weiterlesen

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